2020 – (M)ein Nachruf

Und wieder ist es soweit und Linguini muss aus dem Wasser. Die Saison neigt sich dem Ende zu und es ist bereits empfindlich kalt. Wie gut das ich die Heizung eingebaut habe.

Unser Abriggen ist immer in 2 Teile geteilt. An einem Tag die Segel runter und das Boot soweit fertig machen und an einem zweiten Tag den Mast legen und raus aus dem Wasser.

Irgendwie fiel das dieses Jahr nicht schwer. Durch Corona fing die Saison sehr spät an und Corona hatte uns auch während der Saison begleitet. Alles in allem waren die Abende am Steg nicht wie gewohnt gemütlich. Da unser Hund nicht mehr fit genug ist um mitzukommen blieb meine Frau auch meist mit ihr zu Hause. So war ich zumeist Einhand unterwegs. Das macht mir nicht lange Spaß in einem derart begrenzten Revier.

Aber es waren durch die Bank windreiche Tage an denen ich Spaß auf dem Wasser hatte.

Linguini lief ganz ordentlich nur hatte ich irgendwie nie die Chance den Gennaker zu nutzen. Der Code Zero war ein ständiger Begleiter und lieferte exzellente Performance. Aber auch nur unter Fock und Groß war es ein Spaß.

Das Großsegel war meist im ersten Reff was mich dazu veranlasst beim nächsten Großsegel 1.5 Quadratmeter weniger Tuch nähen zu lassen. Bei Leichtwind ist der Code Zero oder ein Spi ein besserer Motor und das ausreffen wenn es in Richtung Downwind geht ist irgendwann dann auch lästig.

Und so ist der aktuelle Plan, das Großsegel zu erneuern und für Downwind einen Spinnaker zu erstehen.

Spibaum von 3.2 Meter Länge aus Carbon baue ich natürlich selber. Das Segel ist angefragt und in seiner Farbgestaltung gab es bereits den fragenden Anfruf ob das so wirklich ernst gemeint war.

Natürlich meine ich das ernst. Kunterbuntes Chaos um wieder mehr Farbe auf den See zu bringen. Die voranschreitende Eintönigkeit und der Trend zu schwarzen oder grauen Segeln ist mir ein Graus. Weiß und bunt und davon viel 🙂

Ich hab allerdings keine Ahnung was mich das kosten kann und so bin ich auf das erste Angebot gespannt. Die vielen verschiedenen Farben haben ja durchaus Einfluss auf den Fertigungsprozess. Das dauert länger und dem Segelmacher oder Segelmacherin wird es hoffentlich nicht schwindelig dabei.

Tja und so geht´s dann eben aus dem Wasser. Ich hatte Glück und es war beim Abriggen trocken und lediglich die Unmenge an Wanzen die sich im Segel und im Lazy Bab verkrochen haben war etwas „gewöhnungsbedürftig“.

Gestern dann der Krantermin am späten Nachmittag. Gut, dann muss man nicht so früh raus um die restlichen Vorbereitungen zu machen. Das dauert nicht lange aber 1-2 Stunden gehen eigentlich immer drauf.

Der See war bis zum späten Vormittag noch in Nebel getaucht und die MS Brombach führ noch ihre Runden. Wenn die Suppe so dick ist, dann kann das durchaus gefährlich werden wenn dich der dicke Trimaran aufs Korn nimmt. Aber auch das geht. Der Fahrplan wird eingehalten und das gibt einem genug Zeit um nach Ramsberg zu motoren.

Warten auf den Takelkran

Immer wieder eine Freude auf den Takelkran zu warten und das Geschehen beim Mastlegen zu beobachten. Und so war es auch in diesem Jahr wieder eine Erfahrung und das gute Gewissen das wir als 2er Team mittlerweile sehr abgestimmt sind und es ruhig angehen.

Ja und da liegt Linguini nun am Steg in freudiger Erwartung.

Eigentlich wollte ich die Mastlege Variante filmen aber hab es total verschwitzt. Es ist aber so easy. Selbst bei unserem Mast mit zwei Salingpaaren und doch ein recht langer Spargel.

Eine Leine von achtern über die erste Saling. An ein Ende einen Palstek. Das andere Ende durch den Palstek und am Palstek den Mastkran Haken einhaken. Den Mastkran auf die gewünschte Höhe ziehen (knapp 1 Meter über Schwerpunkt Mitte) und die Leine unten am Mast, am Spibaumbeschlag befestigen. So hat man eine gute Balance mit Mast und kann ihn sehr gut und vor allem ohne Kraftaufwand auf einmal in die Masthalterungen dirigieren.

Dann noch das warten auf den Kranmeister …..

Jetzt steht Linguini bereits im Trockenen und wartet darauf, dass es wieder los geht.

Projekte für 2021 sind neben den Segeln bisher:

  • Wantensicherungen
  • GFK Ausbesserungen die ich 2020 nicht gemacht hatte
  • Einige Kratzer auspolieren und Polieren generell
  • Alle Beschläge warten
  • Neue Toplicht Stromverbinder (die jetzigen neu drangekommenen sind ein Mist)
  • UBI Prüfung
  • Teak aufarbeiten
  • Gummidichtungen der Luken warten

Also echt überschaubar.

Jetzt freu ich mich aber auf das Segeln im November bei Fastsailing.gr und bis dahin – Ahoi!

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